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Zeitschrift für Energie und Gebäude-Management

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Energieverbrauch

Zwang zum Sparen ist angesagt

Auch wenn das Kyoto-Protokoll durchlöchert ist: In der Europäischen Union soll weiter kräftig Energie eingespart werden. Eine Studie der Fachhochschule Aachen zeigt auf, wie der Verbrauch in öffentlichen Gebäuden reduziert werden kann.

Verbrauch von Heizenergie: Fast die Hälte der gesamten Energie verbrauchen wir in den drei Wintermonaten. (Bild: Initiativkreis erdgas & umwelt)
Brennende Ölfelder und Pipelines im Irak. Bombenanschläge gegen Ausländer in Saudi Arabien. China wächst zu einer Wirtschaftsmacht heran und schluckt Rohöl in Unmengen. Der Verteilungskampf ums Öl wird immer dramatischer. Die Preise auf den Spotmärkten wie Rotterdam explodieren.

Erfüllt sich dieses Szenario, werden wir den Gürtel schneller enger schnallen müssen, als uns lieb sein kann. Einige Ansätze zur Energiereduktion bei Gebäuden und die Voraussetzungen hat der Aachener Professor Dr.-Ing Rainer Hirschberg in einer Studie zusammengestellt.

Fast die Hälfte des gesamten Verbrauchs an Primärenergie fällt in Deutschland bei Gebäuden an. Damit wird die Bedeutung der Energieeffizienz von Gebäuden offensichtlich. Luft für Verbesserungen ist reichlich vorhanden: Deutschlands Bestand an Bauten ist inzwischen zu 75 Prozent sanierungs- oder modernisierungsbedürftig. Bei entsprechenden Maßnahmen lassen sich rund 30 Prozent des Wärmeverbrauchs reduzieren und etwa 15 Prozent der elektrischen Energie. Auf Primarenergien umgerechnet macht das 114,23 TWh oder in aktuellen Energiepreisen rund 3,2 Milliarden Euro. An Kohlendioxid könnten 25,13 Millionen Tonnen eingespart werden.

Die Energiesparverordnung
Mit der Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) in Deutschland im Jahre 2002 ist erstmals einer Bewertung von Gebäuden einschließlich der Anlagentechnik Rechnung getragen worden. Diese ist allerdings im Wesentlichen nur auf Wohngebäude und neu zu errichtende Gebäude im Zuge öffentlich rechtlicher Genehmigungsverfahren anwendbar.
Die EU-Richtlinie "Energy Performance of Buildings" muss von allen Mitgliedsstaaten zum 01.01.2006 verbindlich eingeführt werden. Im Wesentlichen sind danach folgende Gebäude und Anlagen zu betrachten:
  • Einfamilienhäuser verschiedener Bauarten
  • Mehrfamilienhäuser
  • Bürogebäude
  • Gebäude des Bildungswesens
  • Krankenhäuser
  • Hotels- und Restaurants
  • Gebäude des Groß- und Einzelhandels
  • sonstige Arten energieverbrauchender Gebäude
Sparen mit Krediten

Wesentliches Element zur Förderung von Energieeinsparmaßnahmen sollte, so die Studie, die Gewährung von zinsverbilligten Krediten für den Contractingnehmer sein. Damit gewänne dieser Handlungsspielraum, um eine Maßnahme überhaupt realisieren zu können oder um dem Auftraggeber bereits bei Laufzeitbeginn der Maßnahme sofortige Einsparungen zuteil werden zu lassen. Die Zuschüsse, die zur Gewährung zinsverbilligter Kredite aus der Sicht des Verordnungsgebers im ersten Schritt notwendig werden, erfahren mindestens eine teilweise Refinanzierung aus der Einkommensteuer der Beschäftigten, die an der Umsetzung der Energieeinsparmaßnahmen beteiligt sind.

Professor Hirschberg: "Die Steigerung der Effizienz öffentlicher und öffentlich zugänglicher Gebäude ist nicht nur eine notwendige, sondern auch markt- und arbeitsplatzpolitisch hoch wirksame Maßnahme". Kapazitäten wie Ingenieurdienstleistungen für qualifizierte Energieberatung, ausführende Firmen zur Durchführung der Installationen und Energieeinsparcontractor zur Realisierung zur Verfügung stünden bereit.

Um einen offensichtlich notwendigen Anschub dieser höchst wirksamen Maßnahmen zu initiieren, empfiehlt Hirschberg Fördermaßnahmen. Die Studie steht in Kurzform beim Verband Beratender Ingenieure (VBI) im Internet (www.vbi.de)

Fachhochschule Aachen Technischer Ausbau
www.fh-aachen.de

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